Der Bismarckbund: Konservativ, kritisch, konstruktiv

Geschichte des Bismarckbundes in Kürze

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich im ganzen Deutschen Reich aus Verehrung für den Altreichskanzler eine Reihe von Vereinen und Vereinigungen gebildet, die den Namen „Bismarck“ in unterschiedlichen Formen trugen. Sie waren teils politischer, teils geselliger Art; andere hatten sich zum Ziel gesetzt, Bismarck-Türme bzw. Bismarck-Säulen zu errichten. Die meisten dieser Vereine endeten ihr Dasein nach der Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgabe oder mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Monarchie in Deutschland.

1920 gründete sich der „Deutsche Bismarckbund“, eine Unterorganisation der Deutschnationalen Volkspartei,  die später in die „Bismarck-Jugend“ umbenannt wurde. Letztere wurde 1934 durch die Nationalsozialisten verboten.   

Im November 1972 fand dann zum zweiten Mal im vergangenen Jahrhundert die Neugründung eines „Bismarckbundes“ im Restaurant „Forsthaus“ zu Friedrichsruh statt. Oberstleutnant a.D. Albrecht Schilder, der bis zu ihrem Verbot der „Bismarck-Jugend“ angehört hatte, übernahm den ersten Vorsitz.

Laut Satzung führt der Verein den Namen „Der Bismarckbund – Vereinigung zur Wahrung deutschen Geschichtsbewußtseins e.V.“ Er hat seinen Sitz in Aumühle und dient der Pflege des deutschen und preußischen Geschichts- und Kulturbewußtseins. Der Bismarckbund ist an keine politische Partei und an keine Konfession gebunden und setzt sich für die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Bildungsarbeit ein.

Anfang 1990 wurde der „Bismarckorden“ ins Leben gerufen. In seinen Statuten heißt es: „Der Bismarckorden versteht sich als eine im `Bismarckbund e.V.´ integrierte, jedoch selbständig wirkende Ordensgemeinschaft zur besonderen Pflege des deutschen und preußischen Geschichtsbewußtseins und der Bewahrung des Andenkens an Altreichskanzler Otto Fürst von Bismarck.“ Der Orden ist auf eine Zahl von 100 Mitgliedern begrenzt. Im Gegensatz zum Bismarckbund ist hier kein Beitritt möglich; die Berufung erfolgt durch den Schirmherrn des Bundes und Protektor des Ordens, den Fürsten von Bismarck auf Vorschlag des Ordenskapitels. Das Ordenszeichen ist ein Halskreuz, das in den Stufen Silber und Gold verliehen wird.

Für besondere Verdienste um den Einsatz für seine Sache verleiht der Bismarckbund an Mitglieder bzw. herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die „Bismarck-Erinnerungsmedaille“ in den Stufen Bronze, Silber und Gold. An Damen wird zusätzlich die „Louisen-Brosche“ verliehen.

Der Bismarckbund hat zur Zeit rund 600 Mitlgieder in Deutschland, anderen europäischen Ländern und in Übersee.

Was will der Bismarckbund?

„Ein Volk, das seine Geschichte nicht kennt, wird erleben, daß ihm eine schlechte Geschichte gemacht wird”, so erkannte bereits im letzten Jahrhundert der große deutsche Historiker Leopold von Ranke. Das deutsche Geschichtsbewußtsein ist heute an einem Tiefpunkt angelangt, der kaum noch unterboten werden kann.
Was bedeutet das Wort Geschichtsbewußtsein? Es heißt auf der einen Seite, das Große, das Erhabene, das Fortsetzungswürdige der eigenen Geschichte erkennen und daran anknüpfen, auf der anderen Seite, Fehlwege der eigenen Geschichte und ihre Ursachen zu erhellen, um vergangene Fehler nicht zu wiederholen. Wo heute überhaupt deutsche Geschichte gelehrt oder diskutiert wird, beschränkt sie sich weitgehend auf das letztere. Wer aber keine positiven Anknüpfungspunkte an die eigene Geschichte findet, kann keine Identität entwickeln und ist leicht ideologisch manipulierbar.
Der Bismarckbund ist der bedeutendste Verein in Deutschland, der sich für die Entwicklung eines deutschen Geschichtsbewußtseins intensiv einsetzt. Am 30. Juli 1998 jährte sich zum 100. Male der Todestag Otto von Bismarcks. Viele aus diesem Anlaß erschienene Bücher, z.B. "Bismarck - Dämon der Deutschen" zeigten erneut, wie notwendig es ist, nicht nur die Persönlichkeit Bismarcks unverzerrt der Öffentlichkeit, insbesondere der Jugend nahezubringen, sondern wieder ein Geschichtsbild zu entwickeln, das auch die großen historischen Leistungen der Deutschen würdigt.
Die Kraft des positiven historischen Vorbildes muß bei der Gestaltung der deutschen Zukunft eine maßgebliche Rolle spielen. Geschichte - richtig verstanden - beschwert nicht das Gedächtnis, sondern erleuchtet den Verstand, insbesondere den politischen. Der Bismarckbund hat sich dieser überaus bedeutenden Aufgabe verschrieben. Er organisiert Informations- und Gedenkveranstaltungen, stellt Referenten für historische Themen, veröffentlicht Broschüren und Bücher.
Wenn Sie die Weltnetz-Seiten des Bismarckbundes von der Notwendigkeit unserer Tätigkeit überzeugen, beantragen Sie bitte die Mitgliedschaft. Damit helfen Sie, das Geschichtsbewußtsein in Deutschland wieder zu stärken. Unsere Adresse sowie Telefon- und Fax-Nummer finden Sie auf der Kontaktseite. Der derzeitige Jahresmitgliedsbeitrag beträgt € 50,-.

Uwe Greve (1940-2005)
Journalist u. Schriftsteller
Vorsitzender des Bismarckbundes 1989-2005

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„Heben wir Deutschland in den Sattel. Reiten wird es schon können.” (Otto v. Bismarck)